Schwangerschaft, Baby, KleinKind

Schlafen

Ein Baby in der Gebärmutter schläft den größten Teil des Tages. Auch ein Neugeborenes wird noch den größten Teil des Tages schlafen. Es hat noch keine Ahnung von Tag und Nacht und daher werden sich am Anfang den ganzen Tag und die ganze Nacht einige Stunden dauernder Schlaf mit kurzen wachen Momenten abwechseln. Erst nach einer Weile bekommen Neugeborene einen eigenen Schlafrhythmus, sodass sie tagsüber eher wach sind und in der Nacht mehr und auch tiefer schlafen werden.




Die ersten Monate lang werden Babys auch nachts noch nach einigen Stunden wach werden, weil sie Hunger haben. Zwischen der neunten und dreizehnten Woche können viele Kinder etwas länger ohne Nahrung auskommen und werden anfangen, nachts länger durchzuschlafen. Ein Genuss für die Eltern, die inzwischen auch gerne mal eine komplette Nacht durchschlafen wollen

Allerdings sollte man diese Zeitangabe nicht zu genau nehmen, es gibt viele Babys die erst im Alter vor ein oder zwei Jahren richtig durchschlafen. Jedes Kind ist unterschiedlich, also geben Sie ihrem Kind die Zeit.

ZWEI ODER DREI FESTE SCHLÄFCHEN PRO TAG

Nach ungefähr fünf Monaten schläft ein Baby durchschnittlich acht bis zehn Stunden pro Nacht und vier bis fünf Stunden tagsüber, auf zwei oder drei Schläfchen verteilt. Einige Monate später werden diese zu Nickerchen von zwei Stunden, ein Mal morgens und ein Mal mittags. Um den neunten oder zehnten Monat wird ein Kind anfangen zu träumen. Dadurch schläft es nachts möglicherweise unruhiger. Auch wenn ein Kind viele Erfahrungen des Tages zu verarbeiten hat (spannende Erlebnisse wie krabbeln lernen zum Beispiel, oder viel Krach wegen einer Verbauung des Hauses) kann es sein das es nachts unruhiger schläft oder abends schwieriger einschläft.

WORAN MERKT MAN DASS EIN KIND INS BETT MUSS?

Das Baby kann zwar noch nicht sprechen, aber es kann Ihnen auch auf andere Art zeigen, dass es schläfrig ist. Natürlich ist jedes Baby und jedes Kind verschieden, und eines braucht mehr Schlaf als das andere. Und jedes Kind wird auf seine eigene Art und Weise zu verstehen geben, dass es Schlaf braucht. Als Eltern oder Versorger wird man das nach einer Weile erkennen lernen. Viel vorkommende Schlafsignale sind:

gähnen

  • gähnen
  • gerötete Bäckchen
  • entnervtes Weinen
  • nach den Öhrchen greifen
  • reiben der Augen
  • besonders unruhiges Verhalten
  • träges Verhalten
  • häufiges Umfallen

Schlafen: TIPPS UND TRICKS

Hier sind einige Tipps um das Baby beim Einschlafen zu helfen oder zu trösten, wenn es nachts aufwacht.

Wir gehen bei diesen Tipps davon aus, dass es sich um ein normales und gesundes Kind handelt. Vergewissern Sie sich immer zuerst ob mit ihrem Kind nichts Besonderes los ist, wenn es weint. Bei Babys sind dies zum Beispiel eine volle Windel, eine Erkältung oder ein irritierender Knopf in der Kleidung.

Wenn Kinder nachts viel wach sind oder weinen, weil etwas Besonderes los ist, oder wenn die Tipps nicht helfen, dann sprechen Sie mit ihrem Arzt oder Beratungsbüro.

  • Legen Sie einmal ein T-Shirt mit dem Geruch der Mutter in das Bettchen des Babys. Dieses riecht vertraut und ist vor allem für junge Babys sehr hilfreich beim Einschlafen. Achten Sie allerdings darauf, dass das Kind sich nicht im Stoff verheddern kann.
  • Baden Sie das Kind abends statt morgens. Ein warmes Bad wirkt sehr entspannend. Sie können ihrem Kind (eventuell nach dem Baden) auch eine sanfte Babymassage mit angenehmem Babyöl oder gut verträglicher Bodylotion geben.
  • Ist das Baby nachts wach, trösten Sie es mit leisem Summen und streichen Sie ihm über die Haare. Gehen Sie, vor allem im ersten halben Jahr, direkt zu ihm, wenn es weint. Sorgen Sie trotzdem dafür, dass das Trösten nachts kurz bleibt und nehmen Sie es lieber nicht auf den Arm, wenn es sich auch schnell von selbst beruhigt.
  • Ein Baby das deutlich Schlaf braucht, aber trotzdem anfängt zu weinen, wenn es ins Bettchen gelegt wird, können Sie es ruhig ein Weilchen weinen lassen. Als Vater oder Mutter weiß man oft ob das Kind aus Müdigkeit weint oder ob es etwas anderes ist. Manchmal brauchen Babys es einige Minuten zu Weinen und werden von selbst einschlafen.
  • Andererseits sollten Sie es so schnell wie möglich trösten, wenn es immer lauter anfängt zu weinen. Ein Kind, welches total aufgelöst ist, wird schwieriger zu beruhigen sein als eines, das schnell wieder ruhig wird.
  • Halten Sie ihr Kind nicht zu lange wach. Ist ihr Kind übermüdet, fällt das Einschlafen nur noch schwerer.

Für etwas größere Babys:

  • Denken Sie sich ein Bettritual aus. Beginnen Sie damit möglichst früh, Babys im Alter von sechs Monaten begreifen schon sehr gut dass Sie Dinge in einer festen Reihenfolge tun. Wie lang oder kurz ist ihre Sache, das Bettritual für ein Baby wird sich auch von dem Bettritual für ein Kleinkind unterscheiden. Wichtig sind vor allem der Wiedererkennungswert und die Vorhersehbarkeit des Rituals für das Kind, also gewöhnen Sie das Kind an stets dieselben Handlungen in der gleichen Reihenfolge. So weiß es woran es ist. Es kann sich schon langsam daran gewöhnen das nun der Tag rum ist und es ans Schlafen geht. Baden, Schlafanzug anziehen, ein Lied, eine Geschichte, kuscheln mit seinem Lieblingskuscheltier, einen Gutenachtkuss… Denken Sie sich etwas aus was ihnen beiden gefällt.
  • Spielen Sie keine wilden Spiele kurz vor dem Schlafengehen.
  • Wenn Sie das Kind früh daran gewöhnen das es manchmal von der Mama und manchmal von Papa ins Bett gebracht wird, gibt es später keine Probleme, wenn einer der beiden Mal nicht da ist. Manchmal sieht man, dass ein Kind es nicht akzeptiert vom Papa ins Bett gebracht zu werden, und deswegen kann die Mutter abends nie weg (oder umgekehrt). Aber auch hier gilt: feste Rituale sind wichtig! Probieren Sie beide ein festes Schema bei zu halten. Dass Papa lieber eine Geschichte vorliest und Mama lieber etwas vorsingt macht dabei nichts aus.
  • Legen Sie ein vertrautes Kuscheltier oder Tuch ins Bettchen. Diese helfen dem Kind nachts oft selbst wieder einzuschlafen. Gehen sie, wenn nötig, selbst zu ihm, aber probieren sie Ihre Besuche zu beschränken und so kurz wie möglich zu halten.
  • Machen sie das Zimmer in dem Ihr Kind schläft nachts dunkel. Lassen Sie eventuell, wenn das Kind das als angenehm empfindet, eine kleine Nachtlampe an oder lehnen Sie die Tür an. Wenn das Kind tagsüber ein Schläfchen hält können die Gardinen ruhig offen bleiben, so wird es den Unterschied zwischen Tag und Nacht besser begreifen.
  • Bleiben Sie noch kurz außerhalb des Zimmers in Hörweite, zum Beispiel zum Falten der Wäsche. So hört ihr Kind dass sie nicht ganz verschwunden sind. Auch alle zehn Minuten mal schnell nachschauen kann manchen Kindern ein sicheres Gefühl geben.
  • Sorgen Sie dafür, dass das Kind nachts nicht unruhig wird. Wenn Sie das Kind füttern, machen Sie nicht zu viel Licht und wechseln Sie nur seine Windeln, wenn es wirklich nötig ist.

Weiter lesen?

Kleine Kinder (> 1 jähre) haben oft Schwierigkeiten einzuschlafen, oder sie werden nachts wach und können dann nicht mehr einschlafen. Einige Kinder fangen an zu weinen, wenn ein Elternteil weggeht oder sie klettern ständig aus ihrem Bett. Andere Kinder kriechen zu ihren Eltern ins Bett oder können nur wieder einschlafen wenn Vater oder Mutter am Bett sitzen bleiben.
Eine häufig gestellte Frage ist: “Wie bringe ich mein Kind zum Schlafen?”. Hier einige Tipps.

BABY BEI IHNEN IM BETT?

Dürfen Sie ihr Kind bei Ihnen im Bett schlafen lassen? Hier gibt es viele explizite, oft gegensätzliche Meinungen zu. Der eine findet, dass ein Kind direkt in ein eigenes Zimmer ins eigene Bettchen soll, der andere findet es natürlicher, dass ein Kind die ersten Jahre seines Lebens viel in der Nähe der Eltern bleibt, und daher auch in ihrem Bett schlafen darf. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lässt kleine Kinder bei ihrer Mutter im Bett schlafen, und sogar im modernen Japan schlafen Kinder die ersten zwei Jahre noch bei ihrer Mutter, also so verrückt ist die Idee nicht.

Manche Kinder werden ins elterliche Bett geholt, sobald sie nachts heulen und nicht schnell getröstet werden können. Ein älteres Kind wird vielleicht nachts selber zu Ihnen kommen mit dem Wunsch bei Ihnen schlafen zu dürfen.

Tun sie das, was sie für sich und das Kind für richtig halten. Manchmal kann es schwierig werden einem Kind, welches daran gewöhnt ist bei den Eltern zu schlafen, dieses Vorrecht wieder zu entziehen. Überlegen sie selbst ob das ihre eigene Nachtruhe (und Privatsphäre) und die Nachtruhe des Kindes beeinträchtigen könnte.

Achtung! Es wird in Verband mit einem möglich höherem Risiko auf plötzlichen Kindstod davor gewarnt, (kleine) Babys im Bett ihrer Eltern schlafen zu lassen. Das Baby kann unter die Decke kommen, es ist womöglich zu warm für ein Baby mit zwei Erwachsenen unter einer Decke, und die Eltern können (vor allem unter Einfluss von Alkohol oder Medizin) nicht immer verhindern, dass sie auf das Baby rollen.