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Antibiotika bei Kindern

Antibiotika bei KindernEs gibt nur wenige Arzneimittel, über welche die Meinungen von Eltern so sehr auseinandergehen wie bei Antibiotika bei Kindern. Einerseits gibt es Eltern, die ihren Nachwuchs am liebsten bei jedem Infekt mit einem Antibiotikum therapieren würden. Andere Mütter und Väter verabreichen die antibakteriellen Pharmazeutika nur mit einem schlechten Gewissen. Zu groß sind die Sorgen, dass das Medikament eine Resistenz gegen Bakterien hervorruft oder die Darmflora angreift. Doch sind diese Zweifel berechtigt?

Was ist eine Resistenz gegen Antibiotika?

Kinder- und Jugendärzte bestätigen, dass eine Sorge vor Resistenzen gegen Antibiotika nicht unberechtigt ist. Wirkt ein Arzneimittel aufgrund der häufigen Nutzung nicht mehr, sind die Bakterien im Laufe der Zeit nicht mehr empfindlich gegen das Antibiotikum. Es ist möglich, dass die Bakterien beispielsweise spezielle Eiweiße bilden, die den Wirkstoffen schaden.




Dieser Fall tritt ein, wenn ein Antibiotikum zu häufig genommen und nicht den Vorschriften entsprechend eingenommen wird. Damit verbundene gesundheitliche Risiken sind nicht von der Hand zu weisen. Schlimmstenfalls wandelt sich ein eigentlich banaler Infekt zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung, die auch mit starken Medikamenten nicht mehr behandelt werden kann.

Was tun bei einer Schädigung der Darmflora?

Eine Schädigung der Darmflora betrachten Mediziner im Gegensatz zu den Resistenzen als weniger gefährlich. Ärzte bestätigen zwar, dass die Arzneimittel die natürliche Flora im Darm schädigen können. Doch im Regelfall sind keine schwerwiegenden gesundheitlichen Konsequenzen zu erwarten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Einnahme eines Antibiotikums Durchfall verursacht. Doch schwerwiegendere Folgen entstehen erfahrungsgemäß nicht.

Beeinträchtigen die Antibiotika die Darmflora wider Erwarten dennoch stärker, raten Kinderärzte zu den gleichen Maßnahmen wie bei einer Magen-Darm-Grippe. Bei diesem Krankheitsbild ist es wichtig, leichte Kost einzunehmen und viel zu trinken. Auf diese Weise kann die Körperflüssigkeit wieder ersetzt werden. Gelegentlich verschreiben Kinderärzte deshalb auch sogenannte probiotische Arzneimittel wie bestimmte Hefebakterien. Diese Pharmazeutika sollen einen Wiederaufbau der Darmflora anregen.

Die Erfindung des Penicillins: ein Segen für die Menschheit

Die Erfindung des Penicillins im Jahr 1928 leitete in der Medizin ein neues Zeitalter ein. Endlich war ein Arzneimittel gefunden, mit dem bakterielle Infektionen behandelt werden konnten. Die Sterberate bei Patienten mit Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen ging drastisch zurück. Bis heute würden zahlreiche bakteriell bedingte Krankheiten ohne Antibiotika wesentlich tragischer enden. Schließlich fällt es dem Immunsystem recht schwer, die Bakterien von allein zu bekämpfen. Deshalb sind sich viele Mediziner einig, dass ein Antibiotikum bei richtiger Anwendung Gold wert ist.

Doch die richtige Verordnung nimmt eine Schlüsselrolle ein. So ist es besonders wichtig, dass Ärzte das Arzneimittel nur bei medizinischer Notwendigkeit verschreiben. Insbesondere bei Kindern wird ein Großteil aller Infektionen durch Viren ausgelöst. Ein Antibiotikum kämpft jedoch nicht gegen Viren an. Um den richtigen Erreger für die Erkrankung zu finden, ist es deshalb notwendig, via Schnelltest die Blutwerte zu überprüfen. Diese Tests geben darüber Aufschluss, ob eine bakterielle oder virale Infektion vorliegt. Zusätzlich sollten sich Ärzte auf ihre Erfahrungen berufen und individuelle Beschwerden der jungen Patienten in ihre Entscheidung einbeziehen. Steigt die Körpertemperatur trotz eines Verabreichens von Zäpfchen immer wieder an oder klagen Kinder über Schmerzen beim Wasserlassen, könnte diese Indizien auf eine bakterielle Infektion hinweisen.

Das A und O einer erfolgreichen Therapie: eine ordnungsgemäße Medikamenteneinnahme

Eltern sollten unbedingt darauf Acht geben, dass die Antibiotika ordnungsgemäß eingenommen werden. Häufig erhalten die Jungen und Mädchen einen Trockensaft. Dieses Pulver muss vor der ersten Verabreichung einmalig mit Wasser aufgegossen werden. Wer sich bei der Vermischung des Pulvers mit Wasser jedoch unsicher ist, kann Apotheker ebenfalls um die Herstellung bitten.

Zudem ist es erforderlich, dass der Saft vor jeder Gabe ordnungsgemäß geschüttelt und mit dem zum Arzneimittel gehörigen Dosierlöffel verabreicht wird. Für eine schnelle Genesung ist es unerlässlich, dass das Pharmazeutikum unter Einhaltung der ärztlichen Empfehlung eingenommen wird. Wer zu kurz oder in zu geringem Umfang dosiert, erhöht nicht nur das Risiko zur Bildung von Resistenzen. Außerdem wird der Therapieerfolg durch diese Maßnahmen gefährdet.