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Deshalb schlafen Babys im Familienbett sicherer

Deshalb schlafen Babys im Familienbett sicherer
Deshalb schlafen Babys im Familienbett sicherer

Wenn wir unsere Kinder fragen würden, wo sie am liebsten schlafen wollen, wäre die Antwort wahrscheinlich in den meisten Fällen: „Bei Mama oder Papa im Bett.“ Babys lieben es, wenn sie mit ihrer Bezugsperson Seite an Seite (ein)schlafen können. Das gemeinsame Schlafen hat viele Namen: Familienbett, Bed-Sharing oder Co-Sleeping sind einige davon. Es bedeutet im Allgemeinen, dass ein Baby mit einem Elternteil zusammen in einem Bett schläft.

Das gemeinsame Schlafen ist leider immer noch häufig verpönt

Doch auch wenn der Trend wieder mehr in Richtung Familienbett geht, und immer mehr Eltern ein Familienbett kaufen wird das gemeinsame Schlafen heute leider immer noch häufig verpönt. „Du verwöhnst dein Kind damit.“, ein kopfschüttelndes „Sie sollte es besser wissen.“ oder Vorurteile wie „Das ist doch gefährlich“ sind nur einige wenige Sätze, die sich Eltern deswegen oft anhören müssen.

Babys schlafen im Familienbett sicherer

Was viele Menschen jedoch nicht wissen: Babys schlafen im Familienbett sicherer. Warum? – Das liegt praktisch auf der Hand. Eltern sind in unmittelbarer Nähe, wenn etwas schiefgeht. Mütter schützen ihre Babys intuitiv und bewahren sie so vor Überhitzung und durch Krankheiten hervorgerufenen Risiken wie Erbrechen, hohem Fieber usw. Diese Nähe wiegt die Babys außerdem in Sicherheit und Geborgenheit, die sie schon aus der Zeit im Mutterleib so gewohnt sind. Der Hautkontakt beruhigt sie und stabilisiert die emotionale Bindung zwischen Elternteil und Kind.




Verringertes Risiko für plötzlichen Kindstod

Allerdings ist nicht nur die Nähe als Sicherheitsfaktor entscheidend. Neben Mama oder Papa zu schlafen verringert nachweislich das Risiko, an plötzlichem Kindstod zu versterben. Das liegt unter anderem an einem gesünderen Schlafrhythmus. Eine unregelmäßige Atmung gepaart mit zu ausgedehnten Tiefschlafphasen können Gründe für SIDS (plötzlicher Kindstod) sein. Neben einer Bezugsperson zu schlafen kann diese Phasen verkürzen und auch die Atmung verbessern. Studien zufolge kann die erhöhte CO2- Konzentration aus der Atemluft der Eltern auch die Atmung des Babys anregen. So werden nicht nur Aussetzer vermieden, die Atmung passt sich außerdem an den Rhythmus der Eltern an.

Ein weiterer Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod ist das Schlafen auf dem Bauch. Auch hier wirkt ein Familienbett optimal entgegen: Kinder und Elternteile stimmen ihre Schlafpositionen aufeinander ab. Die Natur hat es so eingerichtet, dass beide meist auf dem Rücken oder einander zugewandt schlafen.

Co-Sleeping auch praktisch

Natürlich ist das Co-Sleeping auch praktisch, denn es erleichtert stillenden Müttern auch während der Nacht problemlos zu stillen. Eine Still Beziehung ist für die körperliche und geistige Entwicklung des Babys genauso wichtig, wie die tiefe Bindung. Gerade anfangs kann das Stillen jedoch Probleme bereiten. Durch ein Familienbett sind Mütter und Kinder in der Lage dazu, während des Schlafens direkt aufeinander zu reagieren, sodass teilweise nicht mal jemand aufwachen muss. Dieses Zusammenspiel optimiert die Nahrungsaufnahme des Kindes und den Schlaf der Mutter. Zudem sinkt bei Stillkindern das SIDS-Risiko um 50 %.

Nicht nur der Sicherheitsfaktor ist ein Vorteil der Bettteilung. In den ersten Monaten müssen Säuglinge zum Schlaf erzogen werden. Werden sie bloß abgelegt und zum Weinen oder Schlafen alleine gelassen, kann das sehr traumatisch sein. Das gemeinsame Schlafen trägt dazu bei, dass die Kleinen eine gesunde Einstellung zum Schlaf entwickeln. Sie lernen, die Nachtruhe als einen angenehmen und furchtlosen Zustand zu betrachten. Es ist auch normal und evolutionär so vorgesehen, als Baby alle paar Stunden aufzuwachen. Früher sicherte dieser Schutzmechanismus das Überleben.

Heute gibt es zwar überwiegend keine Gefahren mehr, doch das können Kinder noch nicht fühlen und reagieren sensibler als am Tag. Aufregende Erlebnisse oder körperliche Schmerzen, wie Zähne bekommen oder Wachstum, spüren sie vermehrt im Ruhezustand. Nach diesen Wachphasen letztendlich wieder einzuschlafen gestaltet sich im Familienbett wesentlich leichter – vor allem, weil die vertraute Bezugsperson für ein Sicherheitsempfinden sorgt und durch die unmittelbare Nähe mit direkter Zuwendung entgegenwirken kann.