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Homöopathie für Kinder

Homöopathie für KinderDas Prinzip der Homöopathie ist klar definiert. Dieser Behandlungsansatz zielt darauf ab, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen. Für einige ist das System dieser Heilmethode überzeugend. Andere attestieren der Homöopathie einen klassischen Placebo-Effekt. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Doch Fakt ist, dass insbesondere Eltern auf die Wirkungsweise der Homöopathie schwören.

Homöopathie ist nur schwer mit der Schulmedizin vereinbar

Bei nüchterner Betrachtung lässt sich das Leitbild der Homöopathie nur schwer mit einem naturwissenschaftlich dominierten Leitbild vereinen. Dennoch besinnt sich keine andere Altersgruppe so häufig auf homöopathische Maßnahmen wie Kinder und Jugendliche. Doch worin liegen die Besonderheiten der Homöopathie?

Das Grundprinzip: Ähnliches mit Ähnlichem heilen

Die seit über 200 Jahren manifestierte Lehre des deutschen Arztes Samuel Hahnemann baut darauf auf, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt wird. Krankheiten werden mithilfe einer verdünnten Arznei behandelt, die in unverdünnter Form entsprechende Krankheitssymptome bei einem gesunden Menschen hervorrufen würde. Dieses Prinzip verbindet alle homöopathischen Arzneimittel. Je häufiger die Substanzen verdünnt und verschüttelt oder in der Sprache der Homöopathien potenziert werden, desto intensiver ist die Wirkungskraft der Arzneimittel. Die homöopathische Lehre besagt, dass die Medikamente die Selbstheilungskräfte anregen. Kinderärzte erklären in diesem Zusammenhang, dass die Wirkstoffe ab einer bestimmten Potenz überhaupt nicht mehr in den Arzneimitteln nachgewiesen werden können. Dennoch enthalten die Pharmazeutika nach wie vor Informationen, die zur Bekämpfung der Krankheiten notwendig sind.



Homöopathie ist nur für bestimmte Erkrankungen geeignet

Mehrere Mediziner bestätigen, dass eine Therapie mit Homöopathie gut für Kinder geeignet ist. Insbesondere bei Erkrankungen wie Magen-Darm-Infektionen, Mittelohrentzündungen oder ADHS ist die Erfolgsquote relativ hoch. Allerdings ist Homöopathie bei Kindern nur bei Krankheitsbildern sinnvoll, bei denen sich der Körper regulieren kann. Bei anderen Krankheiten wie einem Knochenbruch oder Diabetes Typ 1-Erkrankungen gelangen homöopathische Mittel an ihre Grenzen. Bei derartigen Erkrankungen werden die Arzneimittel maximal als Begleitung zur konventionellen Therapie eingesetzt. Eine besonders wichtige Rolle spielt bei der Homöopathie für Kinder die Wahl eines geeigneten Arzneimittels. Eltern sind gut beraten, bei Akutbehandlungen auf Symptome zu achten und daraufhin das richtige homöopathische Arzneimittel auszuwählen. Für eine Therapie von chronischen Krankheiten ist ein ausführliches Gespräch zwischen Patienten und Homöopathen unerlässlich. Dieses Gespräch zielt darauf ab, den medizinischen Experten das Krankheitsbild detailliert zu erläutern. Daraufhin können die Mediziner aus einer Auswahl von rund 2.000 verschiedenen Tropfen, Salben oder Globuli wählen.

Studien belegen die Wirksamkeit von Homöopathie nur unzureichend

Der Homöopathie mangelt es auch bei der Therapierung von Kindern an Glaubwürdigkeit, da die Wirksamkeit der Arzneimittel äußerst umstritten ist. Der Nachweis guter und aussagekräftiger Studien ist Mangelware. Zudem ist bislang nicht eindeutig belegt, inwiefern sich Placebos von homöopathischen Medikamenten unterscheiden: ein deutlicher Minuspunkt für die Homöopathie. Kritische Stimmen werden laut, indem Kinderärzte den Umgang mit Homöopathie bei jungen Patienten als besonders skeptisch betrachten. In diesem Zusammenhang betonen Mediziner, dass es vollkommen unnötig ist, auch kleine Beschwerden mit homöopathischen Mitteln zu behandeln. Kinder würden durch diese Therapieform den Eindruck vermittelt bekommen, dass jedes noch so kleine Symptom oder eine Störung des allgemeinen Wohlbefindens durch Arzneimittel auskuriert werden müsste. Auf der anderen Seite ist es schwierig, da möglicherweise falsche Abhängigkeiten zwischen Patienten und Eltern entstehen. Es wäre ein falscher Weg, wenn bei Homöopathie-Anhängern Panik ausbricht, nur weil die Globuli beim Eintreten bestimmter Beschwerden nicht zur Hand sind. Nach der Meinung einiger Ärzte spielen auch die Lebensumstände in der Homöopathie eine wichtige Rolle, durch die eigene Selbstheilungskräfte beeinträchtigt werden. Diese Lebensumstände können psychisch, sozial oder physisch bedingt sein.

Homöopathie erst nach Absprache mit den Eltern verwenden

In jedem Fall wird Eltern angeraten, eine Einnahme homöopathischer Mittel für Kinder im Vorfeld mit behandelnden Ärzten zu besprechen. Denn auch hinter scheinbar harmlosen Beschwerden können sich ernstzunehmende und folgenschwere Erkrankungen verstecken, die einer schnellen konventionellen Therapie bedürfen. In vielen Fällen ist Homöopathie bei Kindern zwar eine Ergänzung zur schulmedizinischen Therapie. Doch nur in seltenen Fällen kann dieser Behandlungsansatz die Maßnahmen der Schultherapie ersetzen. Häufig tragen Krankenkassen die Kosten für homöopathische Arzneimittel, wenn diese ärztlich verordnet sind. Allerdings ist das finanzielle Kontingent zumeist auf einen jährlich festgelegten Betrag beschränkt.