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Kindergeld 2019: Was ändert sich?

Kinder bereichern unser Leben. Dennoch ist die Versorgung der Jungen und Mädchen mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden. Ob Kleidung, Kindergartenplatz oder Schulmaterialien – diese und viele weitere Faktoren belasten die Haushaltskasse sehr. Deshalb erhalten Familien mit Kindern das sogenannte Kindergeld.

Kindergeld für die Gewährleistung der Grundversorgung von Kindern

Dieser einkommensunabhängige finanzielle Zuschuss soll ein steuerliches Existenzminimum für Kinder gewährleisten. Lauf Definition soll durch diesen Zuschuss eine Grundversorgung des Nachwuchses ermöglicht werden. Grundsätzlich profitieren Eltern minderjähriger Kinder generell vom Anspruch auf Kindergeld, wenn die jüngeren Familienmitglieder regelmäßig durch ihre Mütter und Väter versorgt sowie mit ihnen in einem Haushalt leben. Der Anspruch gilt nicht nur für leibliche Kinder, sondern ebenfalls für Enkel-, Pflege- und Stiefkinder. Nur in Ausnahmefällen wird der Betrag direkt an die Kinder ausgezahlt. Dieser Fall tritt beispielsweise ein, wenn das Kind eigenständig einen Haushalt führt oder durch die Eltern keinen Unterhalt erhält.

Mehr Kindergeld ab Juli 2019

Beträgt das Kindergeld derzeit noch monatlich 194 Euro je Kind, wird sich dieser Betrag ab Juli 2019 um jeweils 10 Euro erhöhen. Der erstmals ausgezahlte Zuschuss von 204 Euro je Monat basiert auf dem Familienentlastungsgesetz, mit dem die Bundesregierung in erster Linie Personengruppen mit geringem bzw. mittlerem Einkommen unterstützen möchte. Dieses Gesetz sieht nicht nur eine Erhöhung des Kindergelds vor. Zugleich profitieren Betroffene von höheren Kinderfreibeträgen, höheren steuerlichen Grundfreibeträgen sowie dem damit im Zusammenhang stehenden Abbau der kalten Progression. Doch was bedeutet die Kindergeld-Regelung für Familien im Einzelnen?

Weitere Erhöhungen des Kindergelds werden folgen

Die Steigerung von 194 auf jeweils 204 Euro je Kind entspricht einem Plus von rund fünf Prozent, das ab dem 1. Januar 2021 vermutlich noch einmal angehoben wird. Zu diesem Zeitpunkt ist eine erneute Erhöhung um weitere 15 Euro je Kind geplant. Durch diese Maßnahmen wird das Kindergeld laut Koalitionsvertrag bis zum Jahr 2021 um monatlich 25 Euro je Kind ansteigen.




Besondere Richtlinien für kinderreiche Familien

Gesonderte Regelungen gelten für Familien mit mehreren Kindern. In diesem Fall wirkt sich die Anzahl der Kinder maßgeblich auf die Höhe des Kindergelds aus. Selbstverständlich schließt die Familienkasse nur die Kinder in die Berechnung ein, die zum Erhalt des Kindergelds berechtigt sind. Möglicherweise ist der Anspruch auf einen höheren Kindergeldsatz berechtigt, wenn der Nachwuchs nach einer Trennung der Eltern bei nur einem Elternteil lebt. Generell gilt bis Juli 2019, dass Eltern für das erste und zweite Kind einen Anspruch von jeweils 194 Euro je Monat haben. Für das dritte Kind erhalten Mütter und Väter jeweils 200 Euro. Ab dem vierten Kind steht Familien ein Kindergeld von jeweils 225 Euro je Monat zu.

Wie lange haben Betroffene einen Anspruch auf Kindergeld?

Der Anspruch auf die Kindergeldzahlung endet mit dem Ablauf des Monats, in dem die Kinder ihr 18. Lebensjahr vollenden. Allerdings haben Betroffene automatisch Anspruch auf eine Verlängerung zum Erhalt der finanziellen Unterstützung, wenn sich die Kinder nach vollendetem 18. Lebensjahr noch im Studium, der Berufs- oder Schulausbildung befinden. Dennoch wird das Kindergeld maximal bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres ausgezahlt.

Anträge auf Kindergeld bei der zuständigen Familienkasse

Zum Erhalt des Kindergelds sind in Deutschland all die Personen berechtigt, deren Wohnort sich hierzulande, in einem anderen EU-Land, der Schweiz, Island, Lichtenstein oder Norwegen befindet. Gesonderte Richtlinien gelten für einige weitere Länder. Außerdem gibt es bestimmte Konstellationen für Staatsangehörigkeiten von Kindern und deren Eltern, die Ansprüche auf Kindergeld rechtfertigen. Ein Antrag auf Kindergeld oder eine etwaige über das 18. Lebensjahr hinaus geltende Forderung muss jeweils in Schriftform bei der zuständigen Familienkasse eingereicht werden. Die Familienkasse gehört jeweils der ortsansässigen Agentur für Arbeit an.