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Neue Kinderbrille – Wann zahlt die Krankenkasse?

Neue Kinderbrille

Bis zum Jahr 2003 bezahlte die Krankenkasse noch jede Brille. Heute übernehmen Krankenversicherungen die Brillen nur noch in bestimmten Situationen. Zum Erhalt der Serviceleistungen müssen Betroffene bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Eine Bedingung ist beispielsweise, dass betroffene Personen ohne Brille aufgrund einer starken Einschränkung der Sehleistung nicht mehr risikolos ihren Alltag bewältigen können. Die Notwendigkeit für die Kostenübernahme legen Krankenversicherungen an bestimmten Richtlinien fest.

Ab wie viel Dioptrien übernehmen Krankenversicherungen eine Brille?

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Kosten für eine Brille im Regelfall in folgenden drei Fällen:

  • Bei einer Hornhautverkrümmung mit einem Korrektionswert von über 4,00 Dioptrien
  • Bei Weit- oder Kurzsichtigkeit mit einem Korrektionswert von über 6,00 Dioptrien
  • Bei starken Beeinträchtigungen des Sehvermögens, die sogar mit Kontaktlinsen bzw. Brille auch eine Sehfähigkeit von höchstens 30 Prozent ermöglichen

Zusätzlich übernehmen Krankenversicherungen zumeist ebenfalls die Kosten für eine Sehhilfe, falls diese aufgrund einer Augenverletzung oder Augenerkrankung zwingend erforderlich ist. Als Nachweis für den Bedarf ist ein vom Augenarzt ausgestelltes Brillenrezept erforderlich. Generell wird die Kostenübernahme ausschließlich für Brillen mit Einstärkengläsern gewährt. Die Kosten einer Gleitsichtbrille übernehmen Krankenkassen generell nicht.

Wann bezahlen Krankenkassen Brillen für Kinder?

Für Brillen von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren kommen Krankenkassen ebenfalls auf. Junge Patienten müssen jedoch ebenfalls ein Rezept aufweisen.

Verlieren Kinder unter 14 Jahren ihre Brille oder geht die Sehhilfe kaputt, erstatten Krankenkassen binnen drei Monaten nach Ausstellung des Rezepts ein neues Modell.

Falls sich Korrektionswerte verändern, ist eine neue augenärztliche Verordnung notwendig. Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren können sich unmittelbar an Optiker wenden, falls sich ihre Dioptrienzahl verändert. Solange die Kinder schulpflichtig sind, finanzieren Krankenversicherungen den Minderjährigen ebenfalls eine Sportbrille.

 Kinder unter 14 Jahren bekommen Brille erstattet
Verlieren Kinder unter 14 Jahren ihre Brille oder geht die Sehhilfe kaputt, erstatten Krankenkassen binnen drei Monaten nach Ausstellung des Rezepts ein neues Modell.

Wie erhalten Patienten eine Brille auf Rezept?

Ganz gleich, ob Patienten eine Brille neu verglasen lassen oder ein neues Brillenmodell benötigen. Sollen Krankenversicherungen eine Brille bezahlen, ist eine Verordnung vom Augenarzt erforderlich. Diese Verordnung legen Betroffene dem Optiker vor, welcher sich anschließend die Kosten von der Krankenkasse zurückholt. Die Einlösung eines Rezepts erfolgt dementsprechend in mehreren Schritten:

  • Patienten lassen beim Augenarzt einen Sehtest durchführen. Diese Untersuchung ist kostenfrei.
  • Augenärzte erstellen ein Brillenrezept, das ebenfalls auf die Korrektionswerte verweist. Dieser Service ist ebenfalls kostenfrei.
  • Anschließend wählen Patienten beim Optiker ein favorisiertes Brillenmodell aus. Daraufhin berechnen die Dienstleister den durch die Krankenkasse bewilligten Festzuschuss vom Gesamtpreis. Dementsprechend bezahlen Betroffene ausschließlich das Brillengestell oder Zusatzleistungen wie Brillenglas-Veredelungen.
  • Die Optiker verrechnen die Festbeiträge direkt mit der Krankenversicherung.

Wie viel Geld bezahlt die Krankenversicherung für die eigene Brille?

Die Höhe des Zuschusses durch die Krankenversicherung hängt von mehreren Komponenten ab. Faktoren wie die Dioptrienzahl, Ausführungen der Gläser sowie die Art der Fehlsichtigkeit sind ausschlaggebend. Einheitliche Festbeträge bestehen seit 2007.
Abhängig von der Sehhilfe belaufen sich die Kosten auf zehn bis 112 Euro je Glas. Neben Zusatzkosten für besonders hochwertige Gläser oder Brillengestelle müssen Patienten eine gesetzliche Zuzahlung entrichten. Dieser Anteil beläuft sich auf zehn Prozent des Kaufpreises, allerdings mindestens fünf und höchstens zehn Euro.

Wann bekommen Patienten eine neue Brille von der Krankenversicherung bezahlt?

Die Krankenversicherung übernimmt nur dann erneut die Kosten für eine Brille, falls sich die Sehstärke um mindestens 0,5 Dioptrien verschlechtert. Wer das alte Brillenmodell aus ästhetischen Gründen gegen eine neue Brille austauschen möchte, muss die Kosten für die Sehhilfe selbst übernehmen. Falls die Brille kaputt geht, bewilligt die Krankenkasse zumeist einen Zuschuss für Reparaturen an der Brille.

Übernehmen private Krankenkassen die Kosten für eine Brille?

Die Funktionsweise privater Krankenkassen ist etwas anders als von gesetzlichen Krankenversicherungen. Private Anbieter offerieren die Möglichkeit, eine Zusatzversicherung für Brillen abzuschließen.

Wer sich für eine Brillenzusatzversicherung entscheidet, hat im Regelfall alle zwei Jahre einen Anspruch auf neue Gläser bzw. eine neue Brille.

Falls sich das Sehvermögen bereits innerhalb der zwei Jahre verschlechtert, stehen Versicherungsnehmern die entsprechenden Leistungen bereits vor Ablauf dieses Zeitraums zu. Die Höhe der übernommenen Kosten hängt vom individuell gewählten Tarif ab.
Einheitliche Richtlinien existieren für die Höhe der Kostenübernahme nicht. Generell steht es jeder gesetzlich versicherten Person frei, sich ergänzend privat durch eine Brillenzusatzpolice zu versichern.