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Wissbegierige Kinder: wie können Sie damit umgehen?

Wissbegierige Kinder

Viele Kinder saugen Informationen wie einen Schwamm auf. Ein „Warum?“ reiht sich ans nächste. Eltern wissen gar nicht, auf welche Frage sie zuerst eingehen sollen. Häufig beantworten Mütter und Väter die Fragen nur kurz und knapp. Doch die Nachwuchs-Forscher benötigen viel Wissen, um die Welt schrittweise für sich zu entdecken.

Die ersten Frage-Antwort-Spiele stellen sich nach dem zweiten Geburtstag ein

Spätestens nach dem zweiten Geburtstag ist der Zeitpunkt gekommen, zu dem die Jüngsten ihren Wortschatz deutlich erweitern. Zuerst stellen sie Fragen nach Namen und einzelnen Bezeichnungen. Um den dritten Geburtstag herum werden die Fragen komplexer. Weit bis ins Vorschulalter hinein denken die Kinder über Fragen nach, mit denen sich Erwachsene zumeist nie befassen. Doch die „Warum-Fragen“ sind für die Jungen und Mädchen wichtig, um Zusammenhänge zu verstehen oder Unklarheiten auszuräumen. Noch ein Faktor spielt bei dem Frage-Antwort-Spiel zwischen Kindern und Eltern eine wichtige Rolle. Die Kleinsten genießen die Aufmerksamkeit, die sie in diesen Momenten von ihren Eltern erhalten.




Ein wichtiger Tipp: Antworten auf Fragen gemeinsam finden

Es kommt häufig vor, dass sich der Wissensdurst der Kinder in schier endlosen Frageketten ausdrückt. Diese Wissbegierde strapaziert zwar häufig die Nerven der Eltern, bereitet im Gegenzug jedoch auch viel Freude. Die Antworten auf die einzelnen Fragen müssen dabei nicht immer spontan und detailliert dargeboten werden. Viel interessanter ist es doch, wenn sich beide Generationen durch ein gemeinsames Gespräch auf die Suche nach den Antworten begeben. Wer dem Fragenmarathon ein Ende setzen möchte, sollte das Gespräch einfach mit einer Gegenfrage unterbrechen. Diese Form der interaktiven Unterhaltung ist für den Nachwuchs zumeist besonders interessant. Zudem sollten sich Mütter und Väter vor Augen führen, dass sie nicht auf jede Frage eine präzise Antwort liefern müssen. Es spricht nichts dagegen, auf sein Unwissen zu verweisen und anschließend gemeinsam im Lexikon nach der richtigen Antwort zu schauen. Stehen die Eltern unter Zeitdruck und mangelt es deshalb einfach an Kapazitäten, um richtig auf die Frage einzugehen, muss eine andere Lösung her. Es ist durchaus legitim, sich die Frage auf einem Zettel zu vermerken und zu einer anderen Zeit nach der richtigen Lösung zu suchen.

Nicht jede Antwort muss exakt beantwortet werden

Generell sollten sich Mütter und Väter vor Augen führen, dass sie tatsächlich nicht jede dieser Fragen detailliert und zu 100 Prozent exakt beantworten müssen. Schließlich verstehen die Kinder die Antworten auch nur dann richtig, wenn Eltern diese altersgerecht beantworten. Stellen die Jungen und Mädchen beispielsweise Fragen zu Krankheitsepidemien oder Holocaust – möglicherweise als Folge eines Blicks auf die Nachrichten – sind oberflächliche Informationen völlig ausreichend. Natürlich müssen die Kinder auch in der Lage sein, die Antworten zu verarbeiten. Ergänzend müssen Eltern darauf achten, ob die Kleinsten die häufigen Fragestellungen als Machtinstrument benutzen. Insbesondere in stressigen Situationen oder in den Abendstunden müssen die Kinder damit leben können, auf ihre Fragestellungen nicht mehr als ein „Nein!“ zu erhalten.

Wissen schadet nicht

Ganz gewiss ist die Befürchtung der Eltern gar nicht so abwegig, dass ihr Kind von anderen als Besserwisser betrachtet wird, wenn es auch im sozialen Umfeld auf jede Frage eine passende Antwort hat. Doch die Befürchtung um eine damit einhergehende Ausgrenzung sollte Eltern nicht dazu umstimmen, mit der nötigen Sorgfalt auf den Nachwuchs einzugehen und den Wissensdurst der Kinder zu stillen. Eine wissbegierige Grundhaltung ist eine gute Eigenschaft, der Mütter und Väter ebenfalls mit Spielzeug wie Büchern, Museumsbesuchen oder Experimentierkästen Rechnung tragen können. In vielen Fällen empfiehlt es sich, den Wissensdurst mit einem Gegenpol zu befriedigen. Hierfür kommt zum Beispiel das Schachspiel in Betracht.

Die wichtigsten Informationsquellen im Überblick

Als Informationsquellen für Kinder sind Kinder-Apps oder Lexika geeignet. Ein Besuch in einer Kinder-Uni bereitet Groß und Klein gewiss ebenso viel Freude wie in Museen oder anderen Ausstellungen. Als spannende Wissensmagazine für Kinder stehen beispielsweise GEO Mini oder Zeit LEO zur Wahl.