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Die Entbindung

neu geboren baby Themen:

  Vorbereitung    
  Die Geburt beginnt    
  Eröffnungsphase    
  Austreibungsphase    
  künstliche Entbindung    

Geburtsvorbereitungen

Jede Entbindung (auch Partus genannt) ist anders, so wie auch jede Frau anders ist. Aber selbst wenn Sie schon einmal entbunden haben, bedeutet das nicht, dass Sie genau wissen, was Sie erwartet. Eine zweite (oder dritte oder vierte ...) Geburt verläuft manchmal ganz anders als die erste. Natürlich haben Sie beim zweiten Mal bereits Erfahrung. Fragen wie: 'Wann rufe ich die Hebamme an?', 'Wie ist es, mit Wehen im Auto zu sitzen?', 'Was macht die Hebammenhilfe?' oder 'Was muss ich für die Entbindung alles im Haus haben?' können Sie nun wahrscheinlich beantworten. Aber dennoch ist jede Entbindung ein einmaliges Erlebnis.

Sie können sich, wenn Sie möchten, vorab gut informieren, sollten sich jedoch keine allzu großen Sorgen machen. Sie können sowieso nicht voraussagen, wie alles ablaufen wird. "Ich werde schon sehen, was passiert", ist die entspannteste Einstellung. Wenn es soweit ist, ist "entspannen" dann auch der beste Ratschlag. Angst, Stress und Beunruhigung sorgen für einen extra hohen Adrenalingehalt im Blut, der dem Fortschreiten der Wehen entgegen wirkt. Die Geburt wird sich dadurch nur unnötig in die Länge ziehen. Nicht umsonst ist das Wichtigste, was Sie bei den Schwangerschaftskursen lernen, sich zu entspannen.

Welche praktischen Vorbereitungen sollten Sie treffen? Wenn Sie sich für eine Hausgeburt entschieden haben, achten Sie beizeiten darauf, dass Ihr Bett die richtige Höhe hat. Richten Sie einen Koffer mit den wichtigsten persönlichen Dingen, falls Sie geplant oder ungeplant ins Krankenhaus müssen. In den Koffer gehören Kleidung für Sie selbst (ein altes T-Shirt, das Sie während der Entbindung tragen können, warme Socken, ein sauberes Nachthemd und saubere Kleidung zum Wechseln nach der Entbindung, eine Zahnbürste, Unterwäsche etc.) und für das Baby (ein Strampler, Pullover und Hose oder Anzug, Söckchen, ein warmes Jäckchen oder Umschlagtuch, ein Mützchen) sowie einen Kinderautositz für die Fahrt nach Hause und alle Papiere, die Sie für den Krankenhausaufenthalt benötigen (Versicherungskarte, Daten bzgl. der Schwangerschaft). Auch einen Fotoapparat und eine Liste mit wichtigen Telefonnummern (Arzt, Oma, Arbeitgeber usw.) sollten Sie nicht vergessen.

Die Geburt beginnt

Woran erkennen Sie, wenn es soweit ist? Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

Wehen

Meist beginnt die Geburt mit Wehen, die in regelmäßigen Abständen aufeinander folgen. Bei den Wehen zieht sich die Gebärmutter zusammen. Die Wehen haben die Funktion, den Gebärmutterhals zu dehnen und den Gebärmuttermund zu öffnen (Eröffnungsphase). Aber wie fühlen sich Wehen eigentlich an? Manchmal hört man, dass Frauen am Anfang der Geburt denken, dass Sie krank werden oder etwas Falsches gegessen haben und an Darmkrämpfen leiden. Aber diese "Krämpfe" kommen, werden stärker und verebben wieder. Dann ist es für einen Augenblick vorbei, bis zur nächsten Wehe. Am Anfang kann der zeitliche Abstand zwischen den Wehen 15 bis 30 Minuten betragen, die eigentlichen Eröffnungswehen folgen dann jedoch schneller aufeinander und werden immer heftiger.

Sie müssen sich die Gebärmutter als einen großen Muskel vorstellen. Das Zusammenziehen dieses Muskels kann, sobald die Wehen voll in Gang gekommen sind, recht schmerzhaft werden. Die ersten Wehen sind meist noch nicht besonders schmerzhaft. Sie spüren sie zwar, doch folgen die Wehen einander am Anfang noch nicht schnell und dauern auch nicht lange an. Die Wehen spüren Sie nicht nur in Ihrem Bauch, sondern auch im Rücken oder in den Beinen oder mitunter auch an beiden Stellen.

Wenn die Wehen einander im Abstand von vier bis fünf Minuten folgen und etwa eine Minute lang anhalten, wird es Zeit, die Hebamme anzurufen. Wenn Sie bei einer früheren Geburt die Erfahrung gemacht haben, dass diese sehr schnell ging, sollten Sie die Hebamme bereits früher anrufen. Sprechen Sie dies vorher mit Ihrer Hebamme ab.

Abgang des Schleimpfropfens / Zeichnen

Die Geburt kann auch mit leichten Schmierblutungen beginnen, die entstehen, wenn der Schleimpfropfen sich löst. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Gebärmuttermund dabei ist, sich zu öffnen (Eröffnungsphase). Man spricht hier auch vom "Zeichnen".

Der Abgang einer kleinen Blutmenge (Schleimpfropfen) ist normal. Die Geburt kann kurz darauf beginnen, aber es kann auch noch ein paar Tage dauern. Warten Sie (in jedem Falle nachts!) mit dem Anruf bei der Hebamme, bis Sie Fruchtwasser verlieren oder die Wehen einsetzen. Wenn Sie eine größere Menge Blut verlieren oder sich unsicher fühlen, sollten Sie sich jedoch nicht davor scheuen, die Hebamme direkt anzurufen.

Abgang von Fruchtwasser

Manchmal beginnt die Geburt auch mit dem Aufbrechen der Fruchtblasenhaut, wodurch Fruchtwasser abgeht. Es kann sein, dass Sie tröpfchenweise Fruchtwasser verlieren oder aber auch eine große Menge auf einmal. Das Fruchtwasser rinnt in einem ständigen Strom an Ihren Beinen hinab. Meist ist es farblos, weiß oder hellrosé. Falls Sie Zweifel daran haben, dass es sich bei der austretenden Flüssigkeit um Fruchtwasser handelt (theoretisch kann auch die Absonderung von Urin eine Erklärung für Flüssigkeitsverlust sein): Fruchtwasser hat einen unverkennbaren, süßlichen Geruch, der mit nichts anderem zu vergleichen ist. Mit einer brüchigen Fruchtblasenhaut dürfen Sie aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr nicht mehr baden und keinen Geschlechtsverkehr mehr haben.

Wenn Ihre Fruchtblasenhaut gebrochen ist, das Kind jedoch noch nicht ins Becken gerutscht ist, sollten Sie sich erst hinlegen (selbst wenn Sie sich gerade im Supermarkt befinden!) und dann die Hebamme anrufen. Auf diese Weise verhindern Sie, dass sich die Nabelschnur um den Hals des Kindes wickelt, während es in das Becken rutscht. Auch wenn Ihre Fruchtblasenhaut bricht und das auslaufende Fruchtwasser eine grünliche oder bräunliche Farbe hat, sollten Sie sofort die Hebamme anrufen. Eine solche Verfärbung deutet auf Mekonium im Fruchtwasser hin. Das bedeutet, dass das Baby seinen Darminhalt ins Fruchtwasser entleert hat. Die Ausscheidung von Mekonium (auch Kindspech genannt) ist meist darauf zurückzuführen, dass das ungeborene Kind im Mutterleib großem Stress ausgesetzt ist. Auch wenn die Fruchtblasenhaut gebrochen ist und das austretende Fruchtwasser einen milchigen Farbton aufweist, müssen Sie die Hebamme anrufen. Allerdings ist es in diesem Fall nicht ganz so eilig. Wenn es gerade mitten in der Nacht ist, sollten Sie den nächsten Morgen abwarten.

Einleitung

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, eine Geburt künstlich durch den Arzt einleiten zu lassen. Dies geschieht dann meist durch eine Infusion oder die Einnahme wehenauslösender Mittel.

Eröffnungsphase

Unter Einfluss des Hormons Oxytocin setzen die Eröffnungswehen ein. Diese Wehen haben die Funktion, den Gebärmutterhals zu dehnen und den Gebärmuttermund zu öffnen, sodass das Baby bei der Geburt durch den Gebärmuttermund gelangen kann. Am Anfang sind die Wehen noch nicht so heftig. Sie folgen einander im Abstand von vier bis fünf Minuten und dauern bis zu eineinhalb Minuten an. Je weiter die Eröffnungsphase fortschreitet, desto heftiger werden die Wehen und in desto kürzeren Abständen folgen sie einander. Im Durchschnitt öffnet sich der Gebärmuttermund bei einer Erstgeburt ca. 1 cm in der Stunde. Am Ende der Eröffnungsphase steht der Gebärmuttermund ca. 10 cm weit offen. Die gesamte Eröffnungsphase dauert also etwa 10 Stunden. Hat die Mutter bereits eine Geburt hinter sich, geht es bei den folgenden Geburten schneller.

Das Ende der Eröffnungsphase ist am schmerzhaftesten. Die Wehen sind nun heftig und folgen einander schnell. Manchen Frauen wird es in diesem Stadium der Eröffnungsphase schlecht oder sie müssen sich übergeben. Anderen Frauen zittern die Beine oder sie haben Schmerzen im unteren Rücken. Versuchen Sie sich in jedem Fall zu entspannen, nehmen Sie eine warme Dusche oder benutzen Sie eine Wärmflasche. Versuchen Sie, die Wehe "weg zu atmen": Atmen Sie durch die Nase ein, und lassen Sie die Luft in kleinen Stößen durch den Mund wieder entweichen. Je weiter die Geburt fortschreitet, desto heftiger werden die Wehen und desto schneller folgen sie einander. Denken Sie in dieser Situation vor allem daran, dass die heftigen, schmerzhaften Wehen eine wichtige Funktion haben: Sie sorgen dafür, dass der Gebärmuttermund sich öffnet. Je schneller der Gebärmuttermund sich öffnet, desto schneller bringen Sie die Geburt hinter sich.

Während der Eröffnungsphase produziert der Körper das Hormon Edorphin. Dieses Hormon ist eine Art natürliches "Doping" und hat einen betäubenden Effekt, wodurch Sie die Schmerzen weniger stark fühlen. Je besser es Ihnen gelingt, sich zu entspannen und die Schmerzen über sich ergehen zu lassen, desto besser kann das Hormon wirken. Kämpfen Sie gegen die Schmerzen an, reagiert Ihr Körper dagegen mit dem Ausstoß des Angst- und Stresshormons Adrenalin. Adrenalin wirkt sowohl der Bildung von Endorphin als auch der Bildung des wehenstimulierenden Hormons Oxytocin entgegen. Dadurch verlangsamt sich der Geburtsprozess. Entspannen und die Schmerzen über sich ergehen lassen lautet daher die Devise!

Wenn die Eröffnungsphase etwas weiter fortgeschritten ist, drückt der Kopf des Kindes direkt gegen den Gebärmuttermund. Hierdurch wird der Geburtsprozess beschleunigt. Vorausgesetzt, dass es keine medizinischen Probleme gibt, sollten Sie jetzt vor allem tun, was für Sie am angenehmsten ist. Manche Frauen möchten am liebsten in Ruhe gelassen werden und sich darauf konzentrieren, die Wehen wegzuatmen, anderen hilft eine Massage oder der Beistand des Partners oder anderer Anwesender. Auch Ihre Körperhaltung sollten Sie selbst bestimmen. Probieren Sie aus, ob die Schmerzen für Sie im Liegen, Stehen oder im Sitzen auf einem Gymnastikball am erträglichsten sind. Wenn Sie im Krankenhaus an medizinische Geräte angeschlossen sind, haben Sie weniger Bewegungsfreiraum, aber auch dann können Sie darum bitten, die Körperhaltung einnehmen zu dürfen, die für Sie am angenehmsten ist. Wenn die Eröffnungsphase überhaupt nicht vorangeht, gibt es im Krankenhaus die Möglichkeit, sich eine Spritze mit einem wehenauslösenden Mittel geben zu lassen.

Austreibungsphase

Wenn der Gebärmuttermund weit genug geöffnet ist, beginnt die zweite Phase der Geburt. Mussten Sie sich während der Eröffnungswehen vor allem entspannen und die Schmerzen über sich ergehen lassen, so heißt es nun, aktiv bei der Geburt mitzuhelfen. Das ist auch der Grund dafür, dass Sie ausschließlich während der ersten Phase der Geburt Schmerzmittel bekommen dürfen, jedoch nicht mehr während der letzten Wehen und während des Pressens. Es ist nämlich in dieser Phase unerlässlich, dass Sie spüren, was Sie tun.

austreibungsphase

Sobald der Gebärmuttermund sich vollständig geöffnet hat, dürfen Sie mitpressen. Auch die Bauchmuskulatur beginnt sich nun zusammenzuziehen und hilft dabei, das Kind aus der Gebärmutter herauszupressen. Pressdrang (das Gefühl, auf die Toilette zu müssen) wird dadurch hervorgerufen, dass der Kopf des Kindes nun immer tiefer ins Becken rutscht und dabei gegen den Anus drückt. Bei manchen Frauen treten die Presswehen ein, bevor die Eröffnungsphase abgeschlossen ist, bei anderen wiederum hat der Gebärmuttermund sich bereits vollständig geöffnet, aber lassen die Presswehen noch auf sich warten. In seltenen Fällen kommt es vor, dass Frauen gar keinen Drang zum Pressen verspüren oder dieser erst sehr spät auftritt; meist kommt der Pressdrang aber von selbst und ist deutlich erkennbar! Viele Frauen erzählen nach der Geburt, dass "es kein Halten mehr gab" und dass sie "froh waren, mitpressen zu dürfen". Man spricht hier auch vom "Urdrang".

Presshaltungen

Auch hier gilt, vorausgesetzt dass es keine medizinischen Einwände gibt: Nehmen Sie bei der Geburt die Körperhaltung ein, die für Sie am angenehmsten ist. Das kann in Rücken- oder Seitenlage auf einem Bett sein, auf Händen und Füßen stehend, auf einer Geburtsliege oder (zu Hause) im Bad.

Im Normalfall liegt das Baby mit dem Kopf nach unten im Becken und wird beim Pressen als Erstes der Hinterkopf des Kindes in der Vagina sichtbar. Bei jeder Presswehe wird der Kopf des Kindes etwas weiter nach unten gedrückt, wird sich danach aber auch immer wieder ein Stück weit in das Becken zurückziehen. Wenn Sie schon eine Geburt hinter sich haben, ist das Gewebe schon etwas ausgedehnter und geht die Austreibung schneller vonstatten. Wenn der Kopf des Kindes erst einmal draußen ist, kommt der restliche Körper meist schnell hinterher. Es folgt dann noch eine letzte Drehung des Babys zur Geburt der Schultern und des restlichen Körpers.

Sobald das Baby da ist, wird der Arzt oder die Hebamme Ihnen das Kind meistens direkt auf den Bauch oder die Brust legen. Manchmal dürfen Sie Ihr Baby sogar selbst mit aus der Scheide ziehen, aber in den meisten Fällen wird das Baby von der Hebamme oder vom Arzt geholt und Ihnen dann auf den Bauch oder die Brust gelegt. Während der Hebamme unmittelbar nach der Geburt vor allem die Aufgabe zukommt, das Kind gut zu untersuchen und wenn nötig, mit einem dünnen Röhrchen Schleim aus Nase und Mund des Kindes abzusaugen, macht die Krankenschwester oder Hebammenhilfe das Kind sauber und reibt es mit einem Tuch trocken. Jetzt haben Sie kurz Zeit, sich etwas zu entspannen und das Kind zu bewundern. Betrachten Sie das Kind in aller Ruhe, nehmen Sie seinen Geruch war, spüren Sie, wie es sich anfühlt. Der Vater oder eine andere anwesende Person schneidet die Nabelschnur durch. Mutter und Kind spüren hiervon nichts.

nabelschnur In der letzten Phase der Geburt muss noch die Nachgeburt oder der Mutterkuchen hinausgepresst werden. Das ist meist mit ein oder zwei Presswehen geschehen. In den meisten Fällen ist die Plazenta innerhalb von 20 Minuten hinausgepresst. Wenn dieser Prozess länger als eine Stunde in Anspruch nimmt, muss die Nachgeburt unter Vollnarkose entfernt werden. Der Gynäkologe greift mit der Hand in die Vagina hinein, um so die Nachgeburt zu entfernen. Eine Operation ist also nicht vonnöten.

Die Geburt ist nun überstanden. Die Mutter wird wenn nötig genäht (unter örtlicher Betäubung), und das Baby wird untersucht. Wenn alles in Ordnung ist, geschieht dies in demselben Zimmer, in dem die Entbindung stattgefunden hat, sodass Sie selbst mitverfolgen können, wie das Baby gemessen, gewogen und angekleidet wird. Auch werden eine Reihe von Tests durchgeführt, um die Reflexe des Babys zu überprüfen.

Eingreifen oder künstliche Geburt

Obenstehend ist eine natürliche Geburt beschrieben. Wenn bei der Geburt ein medizinischer Eingriff erforderlich wird, spricht man von einer künstlichen Geburt.

Vakuumpumpe

Wenn das Pressen keinen Erfolg zeigt, oder das Baby im Becken zu stark eingeengt wird und die Austreibung nicht schnell genug voranschreitet, muss der Gynäkologe eingreifen. Die Vakuumpumpe ist eine kleine Kappe, die auf den Kopf des Kindes gesetzt wird. (Der Gynäkologe schiebt während einer Presswehe einen Finger in die Vagina der Frau und setzt so die Vakuumpumpe am Kopf des Kindes an.) Die Vakuumpumpe wirkt wie ein "Saugnapf", der ein Vakuum entstehen lässt und sich so am Kopf des Kindes festsaugt. Das Baby kann anschließend an der Vakuumpumpe aus der Vagina gezogen werden kann. Es kann sein, dass das Baby infolge dieses Eingriffs ein paar Tage nach der Geburt einen verformten Kopf bekommt oder dass es ihm schlecht wird und es unter Kopfschmerzen leidet. Dieser Eingriff kann nur im Krankenhaus erfolgen.

Dammschnitt oder Dammriss

Bei einer Zangen- oder Vakuumpumpengeburt wird immer erst ein Schnitt in das Gewebe gemacht (Episiotomie). Auch wenn der Arzt in dem Moment, in dem der Kopf des Kindes schon beinahe da ist, feststellt, dass der Platz für das Kind zu eng ist oder Gefahr besteht, dass das Gewebe zu weit aufreißt, wird der Damm eingeschnitten. Wenn es die Zeit zulässt, geschieht dieser Eingriff unter örtlicher Betäubung, aber auch, wenn eine örtliche Betäubung nicht möglich ist, spüren Sie nichts von dem Dammschnitt, weil in diesem Augenblick bereits ein enormer Druck auf dem Gewebe lastet. Übrigens scheint ein Dammriss schneller zu heilen als ein Dammschnitt. Bei einem Dammschnitt werden nämlich alle Schichten des Gewebes quer durchschnitten, während ein Dammriss der natürlichen Struktur des Gewebes folgt. Wenn es irgendwie möglich ist, wird der Arzt daher das Einschneiden des Dammes vermeiden. Sowohl Dammrisse als auch Dammschnitte werden nach der Geburt (unter örtlicher Betäubung) vernäht. Meist wird hierbei mit Nähten gearbeitet, die sich nach der Heilung wieder von selbst auflösen, sodass die Nähte nicht gezogen werden müssen. In den ersten Tagen nach der Geburt kann der Dammschnitt bzw. -riss Schmerzen verursachen. Die Haut kann an dieser Stelle spannen, und Sie können Schmerzen beim Wasser lassen oder beim Sitzen haben. Achten Sie vor allem auf eine gute Versorgung der Wunde. Spülen Sie die Wunde nach jedem Toilettenbesuch mit einer Flasche Wasser aus, und setzen Sie sich wenn nötig in eine kleine mit Biotex oder Kamillentee gefüllte Badewanne, sodass die Wunde saubergespült wird.

Kaiserschnitt

Ein Kaiserschnitt kann unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden. Wenn die Geburt bereits in Gang gekommen ist, und sich dabei zeigt, dass ein Kaiserschnitt notwendig wird, bleibt keine Zeit mehr für eine örtliche Betäubung mittels einer Spritze in den Rücken. Ein geplanter Kaiserschnitt (z. B. wenn das Baby in Steißlage liegt) kann dagegen häufig unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Dabei wird durch die Bauchhaut, Bauchwand und Gebärmutter geschnitten. Es handelt sich hierbei also um eine richtige Operation, und Sie werden nach einem Kaiserschnitt viel mehr Zeit benötigen, um sich zu erholen als nach einer vaginalen Entbindung.

Einleiten

Wenn die Geburt nicht von selbst in Gang kommt, aber es Zeit wird, dass das Baby auf die Welt kommt (z.B. wenn die Fruchtblasenhaut schon seit über 24 Stunden gebrochen ist oder wenn der errechnete Geburtstermin bereits um 2 Wochen überschritten ist), kann der Arzt beschließen, die Geburt künstlich einzuleiten. Dies kann durch ein bestimmtes Gel geschehen, das auf den Gebärmuttermund geschmiert wird oder durch eine Infusion mit einem wehenauslösenden Mittel.