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Richtig lernen – wie oft ist wirklich sinnvoll?

Wie Schulkinder richtig lernen

Manchmal fällt es auch den wissbegierigsten Kindern schwer, Freude am Lernen zu entwickeln und sich für die jeweiligen Lerninhalte zu begeistern. Gewiss wird das Kind in diesen Situationen besonders häufig hören, wie wichtig es ist, stets die Hausaufgaben zu erledigen und sich mit dem Unterrichtsstoff zu beschäftigen. Wie oft soll mein Kind eigentlich lernen? Diese Frage stellen sich gewiss viele Eltern. Allerdings ist die Beachtung der richtigen Häufigkeit nur ein Aspekt unter vielen, der stets zu neuen schulischen Hochleistungen motiviert.

Einfacher als gedacht: das Gehirn trainieren

Gut zu wissen: die Nervenzellen sind im Gehirn durch Synapsen miteinander verbunden, durch welche elektrische Impulse von Zelle zu Zelle übertragen werden. Sobald ein Neuron aktiviert wird, verändert sich die chemische Zusammensetzung der Synapse. Die Reizschwelle wird automatisch reduziert. Je häufiger eine Synapse Informationen überträgt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese Aufgabe wieder übernimmt. Zwischen den einzelnen Neuronen entwickelt sich eine erhöhte Sensitivität, die den Lernprozess effektiv beschleunigt. Oder vereinfacht ausgedrückt: eine Aktivierung der Neuronen ähnelt einem Weg durchs Dickicht, der anfangs recht beschwerlich ist. Doch je häufiger dieser Weg beschritten wird, desto fester und stabiler werden die Pfade.



Mehrmals lernen: das Patentrezept für Lernerfolge?

Ein Lernforscher führte einst eine Untersuchung durch, bei der er fast 1.900 Selbstversuche für die Erinnerung auswendig gelernter Silben durchführte. Diese Studie belegte, dass anfangs relativ schnell vergessen wird, bevor die Vergessenskurve deutlich abflacht. Deshalb ist es wichtig, die Informationen zeitnah zu wiederholen. Einer Faustregel zufolge ist es empfehlenswert, Lerninhalte nach einer Stunde, einem Tag, einer Woche, einem Monat und einem halben Jahr zu wiederholen. An diesen Zeitrahmen müssen sich Eltern zwar nicht akribisch halten. Allerdings ist es wichtig, zur Festigung von Lerninhalten früh genug mit dem Erlernen zu beginnen. Schätzungsweise muss Lernstoff etwa sechsmal wiederholt werden, um im Langzeitgedächtnis abgespeichert zu werden.

Kinder müssen zwischen Lerneinheiten Pausen einlegen

Zur Häufigkeit des Lernens sollten Mütter und Väter ebenfalls wissen, dass es alles andere als sinnvoll ist, die Kinder mit stundenlangem Lernen zu quälen. Es ist wesentlich ratsamer, sich gut zu organisieren und regelmäßig Pausen einzulegen. Nach erfolgter Arbeit darf der Nachwuchs natürlich für seinen Fleiß belohnt werden. Kleine Ausflüge sind eine willkommene Abwechslung und lenken vom stressigen Schulalltag ab. Schließlich ist es ebenso wichtig, dem Kind genügend Ausgleich zu bieten und den Freiraum zu lassen, sich regelmäßig mit Freunden zu treffen oder Hobbys zu betreiben. Auch wenn die schulische Unterstützung häufig einer Gratwanderung gleicht, sollten Eltern nicht zu Ersatzlehrern mutieren. Eine unterstützende helfende Hand durch Bezugspersonen ist zwar unerlässlich. Dennoch ist bei Lernschwierigkeiten die Unterstützung durch Lernexperten die bessere Idee. Lobe und Anregungen helfen dem Nachwuchs dabei, sein Selbstbewusstsein zu stärken. Ergänzend gibt es noch weitere Tipps und Tricks, die das Lernen für Kinder erleichtern.

Ein einladendes Flair am Arbeitsplatz bewirkt Wunder

Außerdem benötigen Schulkinder einen Arbeitsplatz, an dem sie ihre Hausaufgaben erledigen und lernen können. Dieser Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Schließlich verbreitet ein dunkler unaufgeräumter Schreibtisch nur wenig Lernatmosphäre. Gedanken brauchen Raum, um sich frei entfalten zu können. Wer sich motiviert fühlt, kann einfach besser lernen. Deshalb ist es sinnvoll, dass die Lernecke der Schüler und Schülerinnen mit hellen optisch ansprechenden Farben gestaltet ist. Wichtige Nachschlagewerke, Bücher und andere Schulunterlagen müssen stets in greifbarer Nähe sein. Ebenso wichtig ist ein gemütlicher Schreibtischstuhl, der ein positives Lerngefühl vermittelt und gut für Kinder geeignet ist. Damit wird eine angenehme Lernatmosphäre für den Nachwuchs geschaffen.

Rituale erleichtern den Lernprozess

Kleine Rituale helfen ebenfalls dabei, die Lernatmosphäre aufzulockern und Lernprozesse zu begünstigen. Wer vor dem Lernen regelmäßig ein paar Dehnübungen praktiziert oder sich ein Glas mit Lieblingssaft an den Tisch stellt, erschafft gute Voraussetzungen für effektives Lernen. Eine andere Möglichkeit ist eine Vereinbarung fester Lernzeiten, die natürlich an die optimalen geistigen Aufnahmefähigkeiten des Nachwuchses angepasst sind. Eine gute Lösung ist ein gemeinsam aufgestellter Lernplan, in dem genau abgesprochen ist, wann welche Aufgaben erledigt werden. Auf diese Weise beginnen die Kinder rechtzeitig vor größeren Arbeiten mit dem Lernen. Bereits beendete Aufgaben können einfach erledigt werden. Möglicherweise sieht dieser Lernplan auch mehrere Lerneinheiten vor, die sich über den ganzen Tag verteilen. Ist in dieses System erst einmal Routine eingekehrt, werden ersten Erfolge gewiss nicht lange auf sich warten lassen.

Medien bewusst zum Lernen einsetzen

Neue Medien wie Tablets oder Computer sind für Kinder ebenfalls eine wichtige Motivationshilfe. Diese Geräte unterstützen die Schüler und Schülerinnen dabei, Lernprozesse noch facettenreicher und interessanter zu gestalten. Kurze themengebundene Filme oder im Internet dargebotene Lernspiele präsentieren Lerninhalte auf eine Weise, die Kindern gefallen und gewiss auch den einen oder anderen Aha-Effekt verbergen. Einige Lernwelten sind besonders lehrplanorientiert und kindgerecht aufbereitet, um auf diese Weise Inhalte aus dem Schulunterricht zu ergänzen. An diese Mediennutzung knüpfen kreative Lernmethoden an, die weit über das triste Lernen aus dem Schulbuch hinausgehen. Ein Beispiel ist die sogenannte ABC-Methode, die gut geeignet ist, um ein Lernthema zu erschließen. Hierfür ist es erforderlich, alle Buchstaben aus dem Alphabet auf einem Blatt untereinander zu schreiben. Zu jedem Buchstaben wird ein Stichwort zu einem bestimmten Lernstoff notiert, das mit dem Kind besprochen wird. Nach dieser Lerneinheit hat das Kind den Lerninhalt gewiss besser verstanden.

Mit farbigen Markierungen zum Ziel

Zu guter Letzt erzielen farbenfroh gestaltete Lernmaterialien einen positiven Lerneffekt. Werden wichtige Informationen mit Post-Its oder Textmarkern gestaltet, nimmt das Auge diese Lerninhalte viel besser auf. Beispiele sind kurze prägnante Überschriften, die größer und auffälliger als der verbleibende Text gestaltet sind. Außerdem hat es sich bewährt, Eigenschaften, Merksätze oder Jahreszahlen stets in der gleichen Farbe zu markieren. Kleinere themenbezogene Zeichnungen beleben den Lernstoff ebenfalls. Ergänzend verbleiben diese Zeichnungen eher im Gedächtnis als lange Textpassagen oder nur schwer nachvollziehbare Rechnungen. Malen die Kinder nicht gern, sind ausgedruckte oder aufgeklebte Bilder eine gute Alternative. Auf diese Weise ist es theoretisch möglich, komplette Poster oder Tapeten zu gestalten. Lernen gehört zum Leben dazu. Allerdings präsentieren sich Lernprozesse in vielen Facetten, die dem individuellen Lernverhalten angepasst werden sollten. Umso wichtiger ist es, die richtigen Lernmethoden für das eigene Kind zu finden.