Schwangerschaft, Baby, KleinKind

Vorschule

Kinder in der Vorschule

Das letzte Jahr im Kindergarten ist für die meisten Kinder und Eltern etwas ganz Besonderes. Natürlich ist Spielen auch in diesem Jahr die wichtigste Freizeitbeschäftigung für die Kinder. Darüber hinaus werden die angehenden ABC-Schützen langsam auf den Schulstart vorbereitet.

Die Vorschulzeit gestaltet jeder Kindergarten etwas anders

Das Vorbereitungsprogramm auf die Schulzeit unterscheidet sich in den meisten Einrichtungen eklatant voneinander. Möglicherweise lernen die angehenden Schüler und Schülerinnen die ersten Zahlen und Buchstaben kennen. Außerdem liegt es vielen Eltern am Herzen, dass die Kinder bereits die richtige Stifthaltung erlernen oder deren Konzentration gefördert wird. Hinzu kommt die Angst vieler Eltern, dass die zukünftigen Schulkinder den Anforderungen der Schule nicht gewachsen sind.




Inhalte des Vorschulprogramms nicht überbewerten

Allerdings besteht keine einheitliche Regelung darüber, wie das Vorschulprogramm in einzelnen Kindergärten gestaltet werden muss. Aufgabe ist es jedoch, die Kinder in der Zeit vor Beginn der Grundschule schrittweise auf den Schulalltag vorzubereiten. Betreuungseinrichtungen und Bundesländer dürfen die Umsetzung des Vorschulprogramms flexibel gestalten. Dennoch gleicht sich der Vorschulalltag in vielen Institutionen. Zumeist treffen die großen Kita-Kinder ein- bis zweimal in der Woche aufeinander, um zusammen mit der Erzieherin die für die Schule notwendigen Fähigkeiten zu trainieren.

Bildungsplan als Orientierungspunkte fürs Vorschulprogramm

Ein verbindlicher Lehrplan ist für die Vorschule zwar nicht festgelegt. Doch es existiert ein sogenannter Bildungsplan, an dem sich nahezu alle Bundesländer orientieren. Dieser Bildungsplan inkludiert ein spezielles Vorschulprogramm, das die ABC-Schützen in spe spielerisch an den Schulalltag heranführt. Neben Zahlen- und Sprachspielen stehen Übungen auf dem Programm, die die Feinmotorik und Konzentration unterstützen sollen. All diese kleinen Trainingseinheiten sollen die Lust und Freude an der Schule erwecken und Kinder mit wichtigen Fähigkeiten versorgen. Ergänzend gibt es spezielle für Kindergärten verfasste Konzepte, die das Interesse der Kinder auf den Umgang mit Lesen und Rechnen steigern sollen. Doch generell gilt, dass die Lernmethoden der Vorschule eher nebenbei und vor allem spielerisch angewandt werden.

Wichtige Fähigkeiten spielerisch erlernen

Zahlreiche Kindertagesstätten fokussieren sich mittlerweile auf Projekte und Ausflüge. Die Kindergartenkinder sollen ihren Horizont erweitern, indem sie Kinderverkehrsschulen besuchen, an kindergerechten Führungen durchs Museum teilnehmen oder Spielenachmittage in Altenheimen veranstalten. Je größer die Vorschulkinder sind, umso mehr Verantwortung müssen die Jungen und Mädchen übernehmen. Je näher der Eintritt ins Schulalter rückt, desto wichtiger ist es für die Leitung der Kindergärten, besonders eng mit der zukünftigen Grundschule zu kooperieren.

Viele Aktivitäten bereiten Kinder auf die Schulzeit vor

Obwohl viele Eltern vor Eintritt der Kinder ins Schulalter von Nervosität geplagt werden, sollten sie dem Vorschulprogramm nicht mehr Bedeutung als notwendig zukommen lassen. Das letzte Kindergartenjahr ist schließlich bei Weitem nicht die einzige Komponente, die einen guten Start in die Schulzeit ebnet. Diese Grundlagen formt die gesamte Kindergartenzeit, indem die Kinder durch Spielen, Erzählen und Singen gefördert werden. Ergänzend müssen die Jungen und Mädchen eine riesige Bandbreite an Fähigkeiten erlernen, die allesamt zur Bewältigung des Schulalltags wichtig sind. Dazu gehören folgende Basics:

  1. andere Menschen ausreden lassen und ihnen zuhören
  2. in neue Gruppen integrieren
  3. Regeln erlernen und sich an diese halten
  4. Lernen, mit kleineren Niederlagen umzugehen
  5. Freundschaften schließen
  6. sich mit Konflikten auseinandersetzen
  7. Verantwortung für sich selbst und andere Personen übernehmen
  8. sich an Entscheidungsprozessen aktiv beteiligen
  9. geduldig sein
  10. Rücksichtnahme auf andere Mitmenschen erlernen
  11. eine eigene Meinung bilden und diese gegenüber anderen vertreten
  12. genügend Selbstbewusstsein haben, um in Gruppen zu erzählen und Fragen zu stellen

Laut Aussagen von Pädagogen ist das Vorschulalter der richtige Zeitpunkt für Kinder, um zu lernen, bestimmte Dinge tun zu müssen. Deshalb müssen sich die Jungen und Mädchen auch gelegentlich Dingen widmen, die ihnen keine Freude bereiten. Einer dieser Lernprozesse bezieht sich auf die Anforderung, zuerst Hausaufgaben erledigen zu müssen, bevor es an der Zeit ist zu spielen.

Frühförderung: Pro und Contra!

Kinder sind im Kindergartenalter zumeist sehr wissbegierig und hoch motiviert. Zum Schulstart ist der Wissensdurst der meisten Kinder oft unersättlich. Die Kinder möchten sich erproben, verstehen und alles wissen. Eltern liegt es hingegen am Herzen, dass der Nachwuchs so viel wie möglich lernt. Dieses Bestreben der Eltern machen sich externe Anbieter zu Nutze, indem sie in Kursen wie musikalischer Frühförderung oder Sprachunterricht besonders viel Wissen vermitteln möchten. Doch darin sehen Erzieher eine große Gefahr. Die meisten Pädagogen sind sich darüber einig, dass es im letzten Kindergartenjahr viel wichtiger ist, den Kontakt mit Gleichgesinnten zu pflegen und gemeinsam zu spielen. Noch bedeutender sei es ihrer Meinung nach, das Binden von Schnürsenkeln vor englischen Vokabeln zu lernen.

Vorschulkinder nicht zum Lernen drängen

Das einfache Spiel ist nach Ansicht der meisten Pädagogen die wichtigste Grundlage für Lernprozesse. Ist das Kind wissbegierig und ist es am Erlernen von ersten Rechenaufgaben oder Buchstaben interessiert, sind die Eltern gefragt. Mütter und Väter sollten dafür sorgen, dass die Kinder genügend Input erhalten und deren Wissensdurst auf natürliche Weise gestillt wird. Mangelt es dem Kind hingegen am Interesse für Buchstaben oder Zahlen, verbleibt den Schülern und Schülerinnen in der Schule noch genügend Zeit für diesen Lernstoff. Dann ist es wichtiger, das Vorschuljahr in vollen Zügen auszukosten und die Motivation für die bevorstehende Schulzeit nicht mit Fördermaßnahmen zunichtezumachen. Die Freude am Lernen erleben die ABC-Schützen gewiss noch zeitig genug.