Schwangerschaft, Baby, KleinKind

Blutverlust und Fehlgeburt

Viele Frauen erschrecken sehr, wenn Sie (gerade erst) erfahren haben, dass sie schwanger sind und dann auf einmal Blut verlieren. Das muss aber nicht unbedingt etwas zu bedeuten haben, denn ein wenig Blutverlust ist ganz normal. Im Zweifelsfall sollten Sie aber immer ärztlichen Rat einholen.

„NORMALE“ BLUTUNGEN

Viele Frauen verlieren am Anfang ihrer Schwangerschaft etwas Blut. Das muss jedoch nicht gleich auf eine Fehlgeburt hindeuten. Häufig ist das Austreten von Blut nur die Folgeerscheinung einer besseren Durchblutung des Gebärmuttermundes. Genau wie es nun schneller zu Zahnfleisch- oder Nasenbluten kommen kann, kann bei einer Schwangerschaft mitunter auch aus dem Gebärmuttermund Blut austreten. Ausgelöst wird der Blutfluss meist durch einen Husten- oder Niesanfall, Probleme beim Toilettengang (Verstopfung) oder durch Geschlechtsverkehr. Es geht dann meistens nur um ein paar Tropfen. Das austretende Blut kann rot bis braun sein. Normalerweise stellt sich der Blutverlust nach einiger Zeit von selbst ein. Sie müssen deshalb nicht auf Geschlechtsverkehr verzichten!

Wenn Sie nur wenig Blut verlieren, hierdurch aber dennoch beunruhigt sind, können Sie sich natürlich jederzeit an Ihren Hausarzt wenden. Achtung: Bei Blutverlust nach der 20sten Schwangerschaftswoche sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten!




FEHLGEBURT

Wenn die Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt endet, treten größere Mengen Blut aus. Meist kommt es dann auch zu Bauchkrämpfen. Eine Fehlgeburt wird meist ähnlich empfunden wie starke Menstruationsschmerzen. Die Schmerzen können schubweise auftreten und bis zum Rücken oder in die Beine ausstrahlen. Allerdings werden diese Schmerzen von jeder Frau etwas anders empfunden.

Der bei einer Fehlgeburt auftretende Blutverlust kann sehr stark sein und mitunter länger als eine Woche anhalten. Manche Frauen verlieren soviel Blut, dass Sie zwei Damenbinden am Tag benötigen. Auch können Klumpen geronnenen Bluts oder der Fruchtsack abgestoßen werden.

Es gibt leider keine Möglichkeit, eine Fehlgeburt zu verhindern oder medizinisch zu behandeln. Es ist nämlich eine falsche Annahme, dass Fehlgeburten durch zu harte Arbeit, Geschlechtsverkehr oder Sport ausgelöst werden. Allerdings wird das Risiko auf eine Fehlgeburt durch rauchen, Alkoholmissbrauch und bestimmte Infektionen erhöht. Beinahe alle Fehlgeburten sind die Folge eines Fehlers während der Befruchtung. Es geht dann um eine ernsthafte Chromosomenabweichung, wodurch die Frucht nicht lebensfähig ist. Dies ist zum Beispiel bei einem sogenannten Windei (leerer Fruchtsack) der Fall. Medikamente oder Bettruhe helfen in einem solchen Fall nicht weiter.

Im Falle einer möglichen Fehlgeburt sollten Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und die abgestoßenen Blutklumpen auffangen. Eine Fehlgeburt gibt manchen Frauen das Gefühl, gescheitert zu sein. Oftmals treten Schuldgefühle auf. Auch wollen manche Frauen ihre Fehlgeburt nicht wahrhaben, sind neidisch auf andere Schwangere oder reagieren mit Aggressionen. Derartige Reaktionen auf eine Fehlgeburt treten häufig auf und sind verständlich. Deshalb ist es sehr wichtig, über eine Fehlgeburt zu sprechen. Sie können sich in einem solchen Fall natürlich jederzeit an Ihren Hausarzt wenden, der Ihnen alle Fragen beantworten wird.

In den meisten Fällen geht eine weitere Schwangerschaft gut aus.